Risiko- und Issuemanagement sind zentraler Bestandteil des Projektmanagements. Risiken und Issues müssen erfolgreich identifiziert und minimiert werden, um den Erfolg eines Projekts zu gewährleisten. Worum es sich genau bei Risiken und Issues handelt, worin der Unterschied zwischen den beiden Begriffen liegt und wie der Prozess des Risiko- und Issuemanagements aufgebaut ist, wird in diesem Artikel vorgestellt.
Risiko und Issuemanagement helfen, negative Auswirkungen auf ein Projekt zu reduzieren oder bestenfalls zu verhindern. Ein Projekt gilt als gefährdet, wenn eines der folgenden Elemente betroffen ist:
Darüber hinaus müssen auch Faktoren wie Motivations- oder Imageverlust berücksichtigt werden.
Risikoanalyse und -management stellen einen systematischen und formalen Prozessansatz dar. Der Prozess des Risikomanagements findet in allen Phasen des Projektlebens statt.
Risiko- und Issuemanagement ist sowohl Teil des klassischen als auch des agilen Projektmanagements. Im SAFe Framework ist das Prozessmodul Agile Risk Management diesem Thema gewidmet. Im PMI Framework ist das Thema im Risk Management Framework abgebildet. Dafür gibt es eine eigene Zertifizierung: PMI Risk Management Professional (PMI-RMP).
Projektrisiken sind unsichere Ereignisse mit einer negativen Auswirkung auf den Erfolg des Projektes. Sie werden durch die Eintrittswahrscheinlichkeit des Risikos und den potenziellen Verlust bei Eintreten des Risikos bestimmt.
Workshops können als Grundlage für die Identifizierung von Risiken dienen, bei denen das Projektteam Risiken z.B. mit Hilfe von Brainstorming-Techniken, Risikochecklisten oder durch die Analyse bereits abgeschlossener Projekte identifiziert.
Der Erwartungswert eines Risikos (= Risikowert) ist ein Produkt aus der Eintrittswahrscheinlichkeit und den potenziellen Folgen bei Eintreten des Risikos:
Risikowert = Eintrittswahrscheinlichkeit [%] * Tragweite [€]
Die Tragweite sind die geschätzten finanziellen Folgen eines Risikoereignisses. Die Eintrittswahrscheinlichkeit wird in der Regel vom Projektteam vor Projektbeginn geschätzt.
Issues sind Ereignisse, die jetzt eintreten, das Projekt bereits beeinträchtigen und aktiv angegangen werden müssen. In vielen Fällen handelt es sich um Probleme, die nicht vorhersehbar waren. Eingetretene Risiken können zu Issues werden.
In der Startphase des Projekts liegt der Schwerpunkt auf der Identifizierung von Risiken. Es gibt allgemeine und projektspezifische Risiken, die so früh wie möglich bekannt und kommuniziert werden sollten.
Quellen für Projektrisiken sind:
Das Projektmanagement ist auf die Kommunikation von Risiken/Problemen durch das Projektteam angewiesen. Aufgrund der unterschiedlichen Rollen und Zuständigkeiten haben die verschiedenen Projektbeteiligten unterschiedliche Ansichten über Risiken.
Die Meldung eines Risikos/Problems an das Projektmanagement bedeutet nicht, dass die Verantwortung auf das Projektmanagement übertragen wird.
Die Wahrscheinlichkeit beschreibt, wie wahrscheinlich ein Risiko eintreten kann (in Prozent):
Die Auswirkung wird klassifiziert als: Sehr gering, Gering, Mittel, Hoch, Sehr hoch oder exakter Wert in €.
Wurde ein Risiko identifiziert, ist es wichtig, die Fortschritte bei der Risikominderung und Problemlösung auf allen Ebenen zu überwachen.
Das Projektteam sollte bei Abschluss eines Risikos folgende Informationen festhalten: